Geliebt um zu lieben: Selbstannahme

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00:00:36: Größer Gott, wir danken dir für den Dienst von Christoph Legien.

00:00:41: Wir danken Dir dass er sich vorbereitet hat auf deiner Stimme gehört hat und heute wieder Dass wir mehr von Dir erfahren können.

00:00:52: durch ihn Schenk uns die Konzentration auf die Predigt Und den Fokus Auf Den Inhalt der Heute Durch Dich Für Uns Persönlich Vorbereitet ist.

00:01:04: Amen und ich begrüße Dich im Livestream.

00:01:10: schade, dass du heute nicht hier bist.

00:01:13: Vielleicht klappt es am nächsten Sonntag aber schön, dass Du eingeschaltet hast und der Predigt läuft.

00:01:53: Geliebt um zu lieben über dieses Thema das uns in diesem Jahr zwei tausend sechsundzwanzig so ein Stück als Gemeinde leiten soll.

00:02:04: denken wir an den ersten Sonntagen dieses neuen Jahres unter verschiedenen Aspekten nach.

00:02:11: Ich muss mal eben unterbrechen, ich habe einen ganz starken Hall hier auf dem Ohr.

00:02:16: Ich weiß nicht ob ihr das auch so?

00:02:20: Ja ist normal dann ist okay Dann liegt es wahrscheinlich an meinen Ohren.

00:02:30: Zu diesem Thema und in diesem Rahmen möchte ich uns heute Morgen gerne ein paar Gedanken zum Thema Selbstbewusstsein beziehungsweise selbst Annahme weitergeben.

00:02:44: Ich musste schon etwas schmunzeln in der Vorbereitung auf diesen Sonntag, als ich mir so die ersten Gedanken machte.

00:02:51: Da kam mir spontan gar nicht ein Bibeltext sondern der Liedtext einer Berliner Band in den Sinn.

00:03:00: Seit twohneunzehnundzeinachtzig habe ich nachgelesen.

00:03:03: sind sie schon im Geschäft.

00:03:06: ehrlich gesagt kenne ich von dieser Band aber nur ganz zwei Lieder.

00:03:10: das erste Lied heißt Westerland Ich will zurück nach Westerland und das zweite Lied heißt, lasse reden.

00:03:21: Also die Ärzte!

00:03:24: Ich erlaube mir jetzt zu Beginn nicht mit dem Bibeltext einzusteigen um den es mir eigentlich geht sondern ich habe euch ein paar Zeilen aus dem Anfang dieses Liedes mitgebracht.

00:03:39: Hast du etwas getan was sonst keiner tut?

00:03:44: Hast du hohe Schuhe oder gar einen Hut, oder hast du etwa ein zu kurzes Kleid getragen ohne vorher deine Nachbarn zu fragen?

00:03:55: Jetzt wirst Du natürlich mit Verachtung gestrafen.

00:03:58: Du bist eine Schande für die ganze Nachbarschaft!

00:04:01: Du weißt noch nicht mal genau wie sie heißen, während Sie sich über Dich schon ihre Meuler zerreißen.

00:04:10: Dieses Lied war für die Ärzte damals ein Riesenerfolg weil es Gedanken und Emotionen berührt, die doch irgendwie jeder von uns kennt.

00:04:22: Ich unterstelle einfach mal dass wahrscheinlich sehr viele von uns schon als Kind diesem Satz gehört haben was sollen die Leute denken?

00:04:37: Die Antwort der Ärzte lautet lasst die Leute reden unter ihnen nicht zu!

00:04:44: Die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun Bei Tag und auch bei Nacht.

00:04:50: lasst die Leute reden, das haben sie immer schon gemacht.

00:04:58: Vielleicht hast du auch schon mal über dieses Lied geschmunzelt und dabei gedacht wie schön wäre es wenn ich solch ein starkes Selbstbewusstsein hätte?

00:05:09: Wenn ich so unabhängig von dem Urteil oder auch den vermeintlichen Urteil anderer Menschen über mich wäre.

00:05:17: Was wäre schon gewonnen, wenn ich mir wenigstens nicht laufen so viele Gedanken darüber machen müsste wie ich bei anderen ankomme?

00:05:27: Die Frage nach Selbstannahme.

00:05:31: Nach gesundem Selbstbewusstsein und selbstwert die kann zu einer wirklich existenziellen Frage werden an alle unter dreißigjährigen.

00:05:43: Wie ihr wisst hatten wir in den achtziger Jahren also das war so meine heiße Zeit, ja?

00:05:49: Die Jugendzeit.

00:05:51: In den achtziger Jahren hatten wir noch keine Handys.

00:05:54: aber glaubt es mir Es gab auch damals jede Menge Status-Symbolen in Westdeutschland wo ich aufgewachsen bin.

00:06:06: da hatten wir zwar keine Schwalbe und auch kein Simpsonsmoped Aber dafür gab's bei uns Zündapp und Hercules Und das allergrößte.

00:06:19: Und ich würde sagen, für neunzig Prozent von uns Jungs war es unerreichbar.

00:06:26: Wenn man doch mal jemand so ein Ding hatte dann standen wir da alle drum herum.

00:06:31: das größte, das höchste der Gefühle für einen fünfzehnjährigen Jungen in den achtziger Jahren war wenn er im Besitz dieses Fahrzeuges war.

00:06:47: kommt jemand aus dem Westen Hat jemand seine Jugendzeit in den achtziger Jahren gehabt?

00:06:54: Dann wisst ihr, dass es genau so gewesen ist.

00:07:01: Also das ich weiß nicht wie teuer das Ding war tausend oder zweitausend D-Mark.

00:07:05: Es war jedenfalls unwahrscheinlich teuer.

00:07:07: Ich hatte sowas nicht bei uns in der Klasse Grabs glaube ich zwei Jungs die das besaßen.

00:07:14: Okay da war jetzt nicht Ende der fahnen stange.

00:07:17: wenn du dir keine Hercules prima leisten konntest dann wenigstens teure Markenkleidung.

00:07:24: Wenn dir heute jemand sagt, der Adidas Superstar war der Schuh der Achtziger Jahre das stimmt nicht.

00:07:31: Jeder der dabei war weiß dass dieser Schuh Adidas Allround der Schuhe war.

00:07:42: also wenn du äh neunundachtzig D-Mark hattest was damals unglaublich viel Geld waren Und der diesen Schuh hier leisten konntest, dann gehörtest du auf jeden Fall zu den Top-Leuten in der Klasse und in der Schule.

00:08:00: Wenn es das nicht war, wenn du dir diesen Schuhe nicht leisten konntesst, dann wenigstens ein knalliges Bennetenswetschert.

00:08:08: Die kamen damals raus die gab's in allen möglichen Farben und wenn du so einen Benneten hast, die durften auch nicht gewaschen werden egal wie die Stanken denn diese knallige Farbe, die durfte nicht verwaschen.

00:08:21: Das war also ganz wichtig dass das so aussieht wie am ersten Tag.

00:08:26: Wer bei uns in der Schule statt mit diesem tollen Adidas schon mit irgendwelchen Victory-Largen von Deichmann ankam?

00:08:36: Der hatte gleich verloren!

00:08:39: Meine Eltern sahen es einfach nicht ein mir für ein besseres Ansehen immer den neuesten Markenklamotten zu kaufen.

00:08:49: Das war auch ein Grund dafür, weshalb ich nicht gerade zu den super coolen Leuten in der Klasse gehörte.

00:08:55: Und außerdem war ich ja auch noch Christ und hatte daher zu manchen Fragen sowieso irgendwie komische Ansichten.

00:09:05: Ich weiß tatsächlich nicht ob das heute noch so ist aber ein ganz bekanntes vertrautes Bild wenn du in den achtziger Jahren über den Schulhof gingst in der großen Pause dann saßt du auf jeden Fall immer zwei Bilder.

00:09:19: da waren Mädchen So im Alter von Fettzehn, fünfzehn und sechzehn.

00:09:23: die gingen zu zweit und eingehakt über den Schulhof.

00:09:27: Ist das heute noch so?

00:09:28: Mädchen gingen immer zu zweite und untergehakt über dem Schulhof und wir Jungs... Wir prügelten uns!

00:09:36: Also du konntest sicher sein auf dem Schulhoff war in irgendeiner Ecke immer eine Schlägerei.

00:09:45: Das war so.

00:09:46: das puppertäre Kräftemessen möchte ich mal sagen.

00:09:49: Und wenn da nicht gerade Blutfloss dann haben die Lehrer auch nicht eingegriffen.

00:09:55: Für uns puppatierende Jugendliche gehörte dieses Kräftemessen irgendwie dazu.

00:10:02: Und in dieser Disziplin hatte ich tatsächlich oft die Oberhand, weil ich zu den stärksten und größten in der Klasse gehörten damals.

00:10:16: Dann war es aber ... Nee mit der Bibel habe ich nicht gehauchen!

00:10:24: Mit der Bibeln habe ich nichts gehauch.

00:10:29: Aber beim Fußball Da war ich eine absolute Null.

00:10:34: Zusammen mit Thorsten, der eine extrem dicke Brille trug und unwahrscheinlich fettige Haare hatte so dass wir eigentlich jeden Tag meinten er komme grad mit nassen Kopf aus der Dusche.

00:10:48: Thorsten und Ich Wir beiden blieben bei der Auswahl der Fußballspieler am Anfang vom Sportunterricht meistens bis zuletzt übrig Und dann stellten sie uns ins Tor Am liebsten aber beide zusammen in eins, damit wenigstens irgendwo mal ein Ball gehalten wird.

00:11:12: Ich kann euch sagen für meinen Selbstwert war das mit vierzehn-fünfzehn Jahren nicht gerade förderlich.

00:11:19: In einem Lebensalter wo die Persönlichkeit überhaupt noch nicht gefestigt ist Wo ich noch gar nichts so sicher bin wer ich bin und was ich kann?

00:11:28: In dieser Lebensphase ist es unendlich wichtig was andere über mich sagen.

00:11:36: Falls du als junger Mensch vielleicht gerade Ähnliches erlebst, ich verspreche dir das Problem mit der Selbstannahme.

00:11:46: Das wird mit der Zeit meist besser aber wir werden es nicht automatisch los.

00:11:54: und auch wenn du es dir vielleicht nicht vorstellen kannst viele Menschen Auch in diesem Raum dem Alter deiner Eltern oder sogar Großeltern sind Die haben ein Problem damit, die haben einen wirklichen Kampf damit.

00:12:07: Nicht wirklich geliebt oder gut genug zu sein.

00:12:14: Ganz bestimmt war früher nicht alles besser Aber ich habe so den Eindruck vieles war einfacher als heute.

00:12:24: Für die meisten Dinge gab es nicht tausend und eine Option.

00:12:30: Wir wussten zum Beispiel zu jeder Zeit ob wir Jungs- oder Mädchen sind.

00:12:37: Wenn uns ja ihr lacht Wenn uns damals jemand gesagt hätte, oh, dein Geschlecht das kannst du dir später mal aussuchen.

00:12:44: Dem hätten wir in Vogel gezeigt!

00:12:48: Ich möchte Social Media nicht pauschal verurteilen.

00:12:53: auch ich nutze WhatsApp und wenn es sein muss noch Signal aber dann reicht es mir auch.

00:13:03: Ich glaube darin herrscht weitgehend Einigkeit dass sehr viele besonders junge Menschen in Zeiten der sozialen Medien ihren Kampf um selbst wert So verzweifelt führen wie keine Generation vor euch.

00:13:20: Ständig gibt es neue identitätsstiftende Trends, immer gilt es sich neu in Szene zu setzen und von den anderen nach Möglichkeit nicht nur gesehen sondern sogar gefeiert zu werden.

00:13:36: Auf der Spiegel-Bestsellerliste finden wir das Buch des Psychologen Jonathan Haidt.

00:13:43: Es trägt den bezeichnenden Titel Generation Angst.

00:13:50: Hält es der Ansicht, dass gerade heute eine Generation aufwächst die immer weniger weiß wer sie ist und die in einem Meer von Unsicherheiten und Abhängigkeiten zu versinken droht?

00:14:07: Spulen wir an dieser Stelle einmal zweitausend Jahre zurück.

00:14:14: Manchmal denken wir vielleicht, die Leute im Alter tun damals.

00:14:17: was hatten die für eine Ahnung von dem was uns heute beschäftigt.

00:14:22: Ich kann das jetzt hier nicht in Detail ausführen.

00:14:24: nur so viel Die äußeren Umstände unseres Lebens und die technischen Möglichkeiten die wir haben.

00:14:31: die ändern sich ständig.

00:14:33: Es kann sehr gut sein.

00:14:35: ich rechne damit dass in dreißig Jahren eure Kinder sagen werden sag mal wie war das nochmal?

00:14:40: Wir hatten damals solche solche Elektroknochen iPhone, so richtige Neandertaler-Geräte wo man drauf rumgetippt hat und die sich dann ans Ohr gehalten hat.

00:14:52: So geht das mit der Technik!

00:14:55: Die Umstände ändern sich laufend aber der Mensch bleibt im Wesentlichen derselbe.

00:15:10: Der Mensch in seiner Gebrochenheit und Bedürftigkeit.

00:15:17: Und weil der Mensch sich im Wesentlichen nicht ändert, deshalb ist auch die Bibel in ihren Aussagen über den Menschen – und in der Erzählung menschlicher Erfahrungen von ungebrochener Aktualität für uns heute.

00:15:33: Schauen wir uns an dieser Stelle einmal einen Abschnitt aus dem neuen Testament an Kapitel drei, Abferst XXI.

00:15:49: Das sagt Paulus.

00:15:49: was folgt aus dem Allen?

00:15:52: Niemand soll sich an andere Menschen hängen und damit auch noch prallen!

00:15:56: Alles gehört doch euch!

00:15:59: Paulus, Apollos und Petrus die Welt das Leben und der Tod Die Gegenwart und die Zukunft alles gehört euch Und ihr selbst.

00:16:09: aber gehört Christus und Christus gehört Gott.

00:16:15: Nun wisst ihr auch, wie er von uns denken müsst.

00:16:18: Dina Christi sind wir denen die Verkündigung der Geheimnisse anvertraut ist, die Gott uns enthüllt hat.

00:16:27: und was erwartet man von jemand dem eine Aufgabe anvert laut ist?

00:16:33: Man erwartet dass er sie zuverlässig ausführt.

00:16:38: Allerdings hat es für mich keinerlei Bedeutung, welches Urteil ihr über mich fällt oder ob sonst irgendeine menschliche Instanz über mich zu Gericht setzt.

00:16:48: Nicht einmal ich selbst maße mir ein Urteil über mich an!

00:16:52: Ich wüsste zwar nicht dass sich mehr etwas hätte zu Schulden kommen lassen aber damit bin ich doch noch nicht gerechtfertigt.

00:17:00: Entscheidend ist das Urteil, das der Herr über mich spricht.

00:17:06: Urteilt also nicht vor schnell, sondern wartet bis der Herr kommt.

00:17:14: Er wird alles Verborgene ans Licht bringen – alles was jetzt noch im Dunkeln liegt und wird die geheimsten Gedanken der Menschen aufdecken.

00:17:23: Dann wird jeder von Gott die Anerkennung bekommen, die er

00:17:28: verdient.".

00:17:31: Geschwister!

00:17:32: Wenn ich jetzt so viel und mit immer neuen Vergleichen von mir und Apollos gesprochen habe, dann geschah das in eurem Interesse.

00:17:42: An unserem Beispiel wollte ich euch zeigen was es bedeutet die Grenzen nicht zu überschreiten wie uns durch die Schrift gesetzt sind.

00:17:51: Keiner von euch darf den einen von uns auf Kosten des anderen hervorheben.

00:18:01: Was bringt dich überhaupt dazu, so überheblich zu sein?

00:18:05: Ist denn nicht alles was du hast ein Geschenk Gottes.

00:18:09: Wenn es dir aber geschenkt wurde, was prahlst Du dann damit als hättest du es Dir selbst zu verdanken?

00:18:18: Nur ganz kurz an dieser Stelle zur Erklärung Jesus Christus wurde ja nicht nur gekreuzigt sondern er ist nach drei Tagen vom Tod auferstanden und dann bald zum Himmel aufgefahren.

00:18:32: In seiner himmlischen Herrlichkeit ist der Auferstandene Jesus Christus dem Paulust ganz persönlich begegnet und er hat ihm den Auftrag gegeben, die Botschaft von Gottesliebe zu uns Menschen im gesamten römischen Reich zu verbreiten.

00:18:49: Mit dem Ergebnis dass überall Menschen zum Glauben an Jesus kamen und sich Gemeinden bildeten.

00:18:57: Paulus kümmerte sich um diese Gemeinden und er hatte oft viel Mühe mit ihnen, weil Menschen die sich zu Jesus Christus bekehren ja nicht sofort fehlerlose Heilige sind.

00:19:11: In der griechischen Gemeinde in Corinth da hat er ganz besonders viel Arbeit, weil zu dieser Gemeinde nicht wenige Christen gehörten, die an ihren alten Verhaltensweisen Aus der Zeit, als sie noch keine Christen waren einfach weiter festhielten.

00:19:30: In der Gemeinde von Corinth gab es jede Menge Spaltungen.

00:19:35: Paulus hatte diese Gemeinde zwar gegründet aber später kamen auch andere Evangelisten nach Corinth mit der Folge dass verschiedene Leute Verbindungen zu verschiedenen Aposteln und reisenden Evangelisten hatten.

00:19:51: Einer war durch Paulus Ein anderer durch Apollos, der auch ein begnadeter Lehrer war zum Glauben gekommen und so weiter.

00:20:01: Anstatt einfach damit zufrieden zu sein dass man diese Leute kannte wurde einen Machtkampf daraus.

00:20:07: in der Gemeinde hatten sich Parteien gebildet und Spaltungen zerrissen die Gruppe der jungen Gläubigen.

00:20:16: ich habe mich gefragt ist das heute anders?

00:20:20: wenn man sich klein vorkommt Wenn man sich mit seinen eigenen Vorstellungen nicht durchsetzen kann, dann beruft man sich immer wieder auf Menschen mit Titeln und Posten.

00:20:34: Ich denke Beispiel brauche ich nicht anführen.

00:20:36: das wisst ihr selbst!

00:20:38: Unser Textabschnitt beginnt mit den Worten darum rühme sich niemand.

00:20:45: später in Versieben geht es weiter mit was rühmst du dich da?

00:20:51: Und in Vers sechs ergeht die Mahnung, auf das sich bei euch keiner für den einen gegen den anderen aufblase.

00:21:00: In diesem Abschnitt zeigt Paulus die Wurzeln von Streitigkeiten auf.

00:21:07: Stolz und Pralerei!

00:21:11: Stolze und pralerei sind der Grund dafür dass wir nicht miteinander auskommen und auch dafür dass es in dieser Welt so viel Unfrieden gibt.

00:21:22: Hier kommen wir auf die Spur der Charaktereigenschaft, der Demut und dem Thema des Selbstwertgefühls.

00:21:33: In den vergangenen Jahrzehnten war man sich weitgehend einig darüber dass Menschen straffällig drogenabhängig gewalttätig und kriminell werden weil es ihnen an Selbstachtung fehlt beziehungsweise weil sie zu gering von sich denken.

00:21:54: Diese Sichtweise hat sich inzwischen wieder einigermaßen überholt und es gibt im Moment mehr Zustimmung zu der Sicht, dass Menschen mit so viel Selbstwertgefühl eine größere Bedrohung für andere Menschen darstellen als solche die ein zu geringes Selbstwert Gefühl haben.

00:22:15: Dieser kleine Abschnitt aus dem ersten Korintherbrief ist nun deshalb so interessant weil er auf Das Thema an das Thema des Selbstwertes auf einer Weise herangeht, die völlig anders ist.

00:22:28: Sowohl als sowohl wie traditionelle Sichtweise als auch das was man heute in der jüngsten Zeit dazu denkt.

00:22:37: Möchte unsere Aufmerksamkeit gerne zunächst auf den Vers Sechs aus unserem Text lenken?

00:22:45: Zum Thema Stolz sagt Paulus hier ich möchte dass sich bei euch keiner für den einen gegen den anderen aufblase.

00:22:58: Luther übersetzt an dieser stelle sehr genau Es geht um ein stark aufgeblasen sein, angeschwollen sein über das normale maß hinaus vergrößert sein.

00:23:13: möglicherweise denkst du Das ist doch überhaupt nicht mein problem dass ich so stolz gegenüber anderen Menschen auftrete.

00:23:25: Eigentlich fühle ich mich eher klein und minderwertig, tatsächlich macht es gar keinen großen Unterschied ob ich mich aufblase oder ob die Luft bei mir raus ist.

00:23:41: Beide Zustände aufgeblasen sein oder sich klein und gering füllen.

00:23:49: beide Zustände machen Das Ego, also das Bild was wir von uns selbst haben zerbrechlich.

00:24:01: Ich las in einem Interview von Madonna ja die macht immer noch Musik begann ihre Karriere zur gleichen Zeit wie die Ärzte ist heute immer noch erfolgreich im Pop-Geschäft und man denkt Mensch alle Achtung!

00:24:17: Vierzig Jahre weltweiter Star.

00:24:21: Das Interview ist schon etwas älter.

00:24:25: Madonna war damals schon längst eins da und sie bekannte in diesem Interview, dass die Walk mit ihr geführt hat.

00:24:34: Da sagt sie, wissen Sie?

00:24:36: In Wirklichkeit treibt mich die Angst voran!

00:24:43: Die Angst mittelmäßig zu sein.

00:24:46: Manchmal denke ich das ich etwas besonderes bin aber dann fühle ich mich wieder mittelmässig und uninteressant.

00:24:55: Ich muss immer wieder etwas Neues machen.

00:24:58: Ich bin zwar jemand geworden, aber ich muss mir immer noch beweisen, dass ich jemand

00:25:03: bin.".

00:25:05: Dieser Kampf war noch nie zu Ende und der wird es vermutlich auch niemals sein – total ehrlich oder?

00:25:16: Und auch irgendwie erschütternd!

00:25:20: So sagt Paulus ist das menschliche Ego beschaffen.

00:25:24: im Kern unseres menschlichen Egos herrscht Lehre.

00:25:29: Das Ego, was aufgeblasen und aufgeblät ist, das hat nichts in seinem Zentrum.

00:25:36: Es ist leer!

00:25:40: Ich lese gerade ein Buch von dem dänischen Religionsphilosophen Sören Kierkegaardt.

00:25:49: Das Buch hat den Titel Die Krankheit zum Tode.

00:25:54: Und Kirkegaart schreibt dort an einer Stelle Der Normalzustand des menschlichen Herzens ist, dass unser Herz versucht seine Identität auf etwas anderes zu bauen als auf Gott.

00:26:15: Das natürliche menschliche Egosack Kierkegaard das baut auf irgendetwas nur nicht auf Gott.

00:26:26: Es sucht nach etwas, das ihm das Gefühl gibt wertvoll zu sein etwas Besonderes zu sein, einen sinnvollen Zweck zu haben.

00:26:39: Geld Macht Ansehen Besitz Mein Ego baut sich um diese Dinge herum.

00:26:49: Das Problem ist nur Wenn ich versuche, irgendetwas an den Platz zu setzen der ursprünglich Gott zukommen sollte dann wird es diesen Platz nicht ausfüllen.

00:27:05: Niemals, ich verspreche dir.

00:27:11: Selbst wenn du das Geld und den Besitz und die Yachten und das Ansehen von Elon Musk oder Jeff Bezos hättest dann wirst du erfahren dass all das diesen leeren Platz in dir nicht ausfüllen wird.

00:27:31: es wird darin irgendwie herum klimpern weil es viel zu klein ist all das, was wir bei diesen Leuten vielleicht so bewundern.

00:27:43: Paulus sagt also nicht einfach nur seid nicht überheblich sondern blast euch nicht so voreinander auf.

00:27:54: darum geht es im Kern beim menschlichen Ego.

00:27:58: Es versucht ständig die eigene innere Lehre zu füllen und sein Unbehagen dadurch zu bekämpfen dass sich mit anderen Menschen vergleicht ständig und immer.

00:28:13: Stolz, stolz ist die Freude daran mehr zu sein als der Mensch neben

00:28:20: mir.".

00:28:23: Unser Ego tut dasselbe!

00:28:26: Wie viele nehmen vielleicht eine Arbeit an oder heuern bei irgendeiner Firma mit einem großartigen Namen an nur damit hinterher was Tolles im Lebenslauf steht?

00:28:38: Wir machen Diäten auf die wir eigentlich keine Lust haben Wir vergleichen uns mit anderen und wir setzen alles daran, dass wir dabei gut wegkommen.

00:28:48: Wir versuchen uns selbst zu empfehlen weil wir uns so verzweifelt danach sehen unser Gefühl von Lehre und Unzulänglichkeit auszufüllen.

00:29:03: geliebt um zu lieben.

00:29:09: Wie kann ich andere Menschen lieben wenn nicht doch ständig damit beschäftigt bin mein eigenes Ego zu stärken und mich mit den Menschen um mich herum zu vergleichen.

00:29:22: Menschen, die ich oft genug sogar als Konkurrenten sehe?

00:29:28: leider ist das der Normalzustand von uns Menschen.

00:29:33: Das ist das worüber Paulus mit den Korintern spricht All diese Leute sich da um ihn streiten und seine besondere Beziehung zu ihm beanspruchen.

00:29:44: Die haben ein Problem mit Stolz.

00:29:48: Sie missbrauchen ihre Beziehung zu Paulus gewissermaßen, um anderen in der Gemeinde eine Nasenlänge vorauszusehen.

00:30:05: Aber wenn ich das erkenne gibt es denn eine andere Perspektive?

00:30:13: Ich finde die Antwort, die Paulus in unserem Text darauf gibt es irgendwie überraschend!

00:30:19: In den Versen eins und zwei erinnert er daran dass er ein Diener Gottes ist und dass er eine Aufgabe zu erfüllen hat Und dann sagt er, dass es ihm im Blick auf diese Rolle eigentlich ziemlich egal ist.

00:30:33: Ob die Gemeinde oder irgendein menschliches über Gericht über ihn urteilt.

00:30:39: Gemeint ist letztlich das, wonach sich auch Madonna sehnt nach diesem schwer zu fassenen Urteil Nach dem Stempel der Anerkennung.

00:30:54: Paulus erwartet dieses Urteil Dass ihr jemand isst nicht von den Korintern und auch fand keine menschlichen Gericht.

00:31:05: Ich fühle mich nicht so richtig wohl dabei, wenn ich jetzt den Apostel Paulus mit den Ärzten vergleiche aber in gewisser Weise sagt der Apostel tatsächlich, ich lass die Leute reden und hör ihnen nichts

00:31:20: zu.".

00:31:21: Die Menschen sind ihm natürlich nicht egal Aber ihr Urteil über ihn das nimmt er nicht an.

00:31:30: Paulus bindet seinen Selbstwert, seine Selbstachtung, seine Identität in keiner Weise an das Urteil und die Bewertung anderer Menschen.

00:31:46: Wenn heute jemand ein Problem mit mangelndem Selbstwertgefühl hat und man schaut sich so die verschiedensten Ratgeber zu diesem Thema an dann scheint es meistens nur einen Weg zu geben wie man das angehen kann nämlich geringes Selbstwertgefühl, mit hohem Selbstwert gefühlt zu kurieren.

00:32:10: Der Betreffende soll einfach erkennen wie großartig er ist, wie schön er ist was er schon alles erreicht hat.

00:32:19: Er soll die Leute einfach reden lassen und am besten nur noch nach seinen eigenen Maßstäben leben.

00:32:28: Das was Paulus hier sagt könnte unterschiedlicher nicht sein.

00:32:34: Er macht sich nicht nur frei von dem Urteil anderer Menschen, ja er will noch nicht einmal über sich selbst urteilen.

00:32:43: Denn so sagt er auch wenn ich ein reines Gewissen habe dann bedeutet das doch nicht dass ich ein toller Kerl bin?

00:32:51: Ich kann trotzdem schuldig sein vor Gott!

00:32:56: Ich denke jetzt nicht nur an die Neujahrsvorsätze die Anfang Februar schon viele wieder über einen Haufen geworfen haben.

00:33:05: wie oft Fühlen wir uns klein und jämmerlich, wenn wir merken Wir genügen unserem eigenen Anspruch nicht.

00:33:16: Vielleicht stellen wir den Paulus auch auf ein sehr hohes Podest Wenn ich so seine Briefe lese.

00:33:27: Ich finde er ist da schonungslos ehrlich.

00:33:30: Paulus spricht ganz offen über seinen Versagen Und seine Sünde Zum Beispiel in Drömer sieben Oder erste Korinther fünfzehn Erste Timotheus I. Aber Paulus ist keiner, der sein Versagen erkennt und der davon seine Identität zerstören lässt.

00:33:56: Demut!

00:33:59: Diese Vokabel finden wir zwar nicht direkt in unserem Bibeltext aber Paulus kommt auf das Thema der Demut zu sprechen.

00:34:10: In einem seiner Bücher macht C.S.

00:34:12: Lewis eine brillante Beobachtung über die Demut wie die Bibel sie versteht.

00:34:20: Er sagt, der wahrhaft demütige Mensch ist kein schwieriger griecherischer Typ, der uns ständig erzählt, wie unbedeutend er ist.

00:34:32: im Gegenteil.

00:34:33: Er ist heiter und aufgeschlossen.

00:34:36: Er interessiert sich wirklich für das was andere ihm erzählen.

00:34:40: Er wird gar nicht über Demut nachdenken.

00:34:43: Er nimmt sich einfach selbst nicht so wichtig.

00:34:51: Hand aufs Herz.

00:34:55: wirst du nicht auch gerne ein Mensch, der nicht mehr ständig nach Anerkennung hungert.

00:35:03: Der aber auch nicht erschrocken ist wenn er sie bekommt.

00:35:09: Ein Mensch der sich selbst im Spiegel betrachtet nicht bewundert und anhimmelt was er da sieht, aber auch nichts zusammenzuckt.

00:35:24: Ein Mensch, der nicht ständig darüber nachdenken muss wie er auf der Selbstwertskala noch ein paar Punkte mehr bekommen kann.

00:35:35: Paulus geht es darum Nicht höher von sich zu denken aber auch nicht geringer.

00:35:44: Ihm geht es Darum einfach weniger an sich zu Denken.

00:35:53: Wohin nach Paulus sucht?

00:35:56: Wo nach Madonna sucht und ich unterstelle einfach mal wonach letztlich alle Menschen suchen, das ist ein endgültiges Urteil.

00:36:09: Das besagt, dass wir wichtig und wertvoll sind.

00:36:16: Nach diesem endgülthigen Urteil halten wir ständig Ausschau jeden Tag in vielen Situationen und Begegnungen.

00:36:28: Und jeden Tag, jeden Tag erscheinen wir wieder im Gerichtssaal.

00:36:34: So funktioniert die Identität des Menschen.

00:36:37: Vor Gericht gibt es ja die Vertreter der Anklage und den Verteidiger, und alles was wir tun das liefert entweder der einen oder der anderen Seite Beweismaterial.

00:36:52: An manchen Tagen haben wir vielleicht den Eindruck wir gewinnen den Prozess und an anderen Tagen scheint es so dass wir ihn verlieren.

00:37:02: Paulus sagt uns aber Leute, ich habe das Geheimnis entdeckt.

00:37:08: Für mich ist der Prozess zu Ende!

00:37:12: Ich hab den Gerichtsaal verlassen – es ist vorbei.

00:37:19: Denn das endgültige Urteil über mich wurde bereits gesprochen und zwar vor zweitausend Jahren.

00:37:34: Ohne dieses Kreuz werden wir mit diesem Thema des Selbstwerts nicht

00:37:39: fertig.".

00:37:43: Das endgültige Urteil über uns, über dich wurde vor zweitausend Jahren an dem Holzkreuz und dem Jesus hingesprochen.

00:37:59: Was mich betrifft?

00:38:02: Ich suche Gelegenheiten um mit Menschen über Jesus und das rettende Evangelium zu sprechen.

00:38:11: Kürzlich war ich etwas erschrocken als mir jemand sagte ach weißt du Christoph Ich denke bei Gott werde ich einmal ganz gut wegkommen.

00:38:21: Ich bin im Großen und Ganzen ein guter Mensch, schwere Sünden habe ich eigentlich nicht getan und ich hoffe das schließlich auch mal einen Urteil ergehen wird dass das bestätigt ist.

00:38:35: ihr alle Religionen dieser Welt haben genau diese Sicht gemeinsam.

00:38:42: wenn die eigene Lebensleistung unter dem Strich positiv ausfällt dann gibt es am Ende ein gutes urteil.

00:38:50: Aber die Bibel sagt, entscheidend ist niemals was Menschen über uns denken und urteilen.

00:38:58: Das einzige was zählt ist das was Gott über uns denkt.

00:39:05: Entscheidend ist alleine sein Urteil.

00:39:09: nur seine Meinung zählt.

00:39:12: Nur im Evangelium von Jesus Christus ergeht ein Urteil, noch bevor irgendeine Lebensleistung erbracht ist.

00:39:21: Allein in christlichen Glauben!

00:39:24: Allein im persönlichen Vertrauen auf Jesus führt das Urteil dass Jesus an unserer Stelle Aufsicht nahm auch zu einer Lebensleistungen beziehungsweise zur Lebensgestaltung und nicht umgekehrt.

00:39:46: Römeracht, so gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind.

00:39:56: Hier gilt ... In dem Moment wo wir uns von unserem alten Leben abwenden und uns zu Jesus hinbekehren – in diesem Moment nimmt Gott die untadelige Lebensleistung von Jesus und errechnet sie uns zu!

00:40:15: So als hätten wir Sie erbracht.

00:40:20: Deshalb gibt es auch außerhalb von Jesus keine Rettung.

00:40:27: Ohne ihn ist alles bemühen, um Anerkennungen letztlich

00:40:33: vergebens.".

00:40:35: Das hört sich nun an wie eine Botschaft an Menschen die noch keine Christen sind und das stimmt!

00:40:47: Ich glaube allerdings dass wir als Nachfolger von Jesus das ganz genauso nötig haben.

00:40:56: Warum?

00:40:58: Ich sehe es bei mir selbst und ich seh's bei vielen anderen Christen, ohne dass wir es eigentlich wollen finden wir uns in vielen Situationen unseres Alltags plötzlich im Gerichtssaal wieder!

00:41:14: Die Anklagen des Teufels die Verurteilungen anderer Menschen die Anklagen, die ich selbst auf mich richte.

00:41:25: Das alles holt uns immer wieder ein.

00:41:28: und weil das so ist deshalb dürfen und müssen wir das Evangelium immer wieder neu hören es durchbuchstabieren und uns fragen Moment mal was tue ich eigentlich hier im Gerichtssaal?

00:41:43: Ich sollte nicht hier sein!

00:41:45: Das Urteil über mich wurde bereits vor zweitausend Jahren gesprochen.

00:41:56: Wenn ich alleine dem Rat der Ärzte folge, also nicht der Hausärzte sondern der Berliner Band.

00:42:04: Wenn ich allein nach diesem Motto lebe lasst die Leute reden und hör ihnen nicht zu dann sage ich damit eigentlich nichts anderes als ihr könnt mich alle mal.

00:42:15: Ihr könnt mich aber die tiefe Sehnsucht geliebt und angenommen zu sein Die ist damit doch noch lange nicht gestillt.

00:42:33: Wer mit Jesus Christus verbunden ist, wer sein Leben vertrauensvoll in seiner Hand gelegt hat.

00:42:42: Der wird nicht mehr verurteilt.

00:42:47: Zudem sagt der allmächtige Gott dieselben Worte die er damals zu seinem Sohn gesagt hat du bist mein geliebtes Kind an dem ich wohl gefallen habe.

00:43:02: alle anderen Urteile über dich haben jetzt keine Gültigkeit mehr, weil Jesus Christus dir täglich seine unumstößliche Liebe versichert.

00:43:22: Deshalb darfst du?

00:43:26: Deshalb solltest du und deshalb kannst du deine Glaubensgeschwister und deine übrigen Mitmenschen lieben.

00:43:39: Amen!

00:44:00: Danke Christoph.

00:44:03: Danke, dass du heute eingeschalten hast.

00:44:06: Vielleicht ist es dir möglich, kommenden Sonntag wieder in den Gottesdienst zu kommen!

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