Umgang mit Sünde

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00:00:00: Jesus hat mal gesagt, daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

00:00:09: Das hört sich doch nach einem Plan an, oder?

00:00:13: Menschen, die Jesus noch nicht kennen, kommen in diesen Gottesdienst, sehen, dass unsere Liebe, unser Miteinander irgendwie übernatürlich nicht von dieser Welt außergewöhnlich ist und denken sich, Mensch.

00:00:30: So viel Liebe, das brauche ich auch.

00:00:33: Und während sich die Politik aktuell zerlegt und ein konstruktives fachliches Miteinander immer mehr in der Vergangenheit angehört, arbeiten und beten Christen jeglicher Couleur zusammen und bauen Gottes Reich und die Welt sieht das und denkt sich, boah, genau das braucht unsere Gesellschaft, dieser Zusammenhalt, dieses Miteinander, dieses Füreinander, diese Liebe.

00:01:01: hört sich doch nach einem Plan an.

00:01:03: Oder?

00:01:05: Na ja, warum leben wir dann nicht so?

00:01:08: Beziehungsweise, ich glaube schon, dass viel von dieser Liebe bei uns vorhanden ist, aber so das Maximum haben wir noch nicht erreicht.

00:01:20: Ja, die Liebe untereinander, die Liebe in der Gemeinde soll ja die Liebe zwischen den einzelnen Teilen der Dreieinigkeit verkörpern.

00:01:30: Und ich glaube, egal wie lieb wir uns haben, so lieb haben wir uns noch nicht.

00:01:35: Na ja, warum denn nicht?

00:01:38: Naja, irgendwie lässt sich alles auf Sünde reduzieren.

00:01:43: Meistens nicht so sehr die eigene Sünde, denn mit der lässt es sich ja mehr oder weniger gut leben, sondern die des anderen.

00:01:50: Der andere ist mir komisch gekommen, der hat mich irgendwie schroff angemacht, der sieht Sachen theologisch anders, sprich falsch als ich.

00:02:00: Und das verhindert, dass wir uns lieb haben können.

00:02:04: Oder?

00:02:06: Ich möchte heute mit euch über den Umgang mit Sünde nachdenken.

00:02:11: Und ich glaube, wenn und wie wir auf Sünde reagieren, da können wir zwei Fehler machen.

00:02:18: Erstens, wir nehmen Sünde nicht ernst genug.

00:02:22: Und zweitens, wir nehmen Sünde viel zu ernst.

00:02:28: Und es mag sich jetzt widersprechen, aber was meine ich damit?

00:02:34: zu wenig ernst.

00:02:36: Ich glaube, wir müssen Sünde immer mehr als eine zerstörerische Kraft begreifen, die sich wie so ein Virus ausbreitet.

00:02:44: Wir haben aktuell Grippesaison.

00:02:47: In der Klasse meiner Tochter waren vor den Ferien irgendwie die Hälfte der Kinder krank.

00:02:51: Und da sehen wir, wie so eine Kraft, die sich ausbreitet und Menschen außer Gefecht setzt.

00:02:56: Und genauso ist Sünde auch.

00:03:01: Und plötzlich fällt eine gesamte Schöpfung, ein gesamtes Universum in Sünde.

00:03:06: Das sehen wir auch einen Kapitel später bei Kein, dem Sohn von Adam und Eva.

00:03:11: Der ist zornig auf seinen Bruder und Gott warnt ihn noch.

00:03:16: Davor, dass er der Sünde diesem Zorn keinen Raum geben darf, warum, weil sich die Sünde sonst ausbreitet in seinem Leben.

00:03:26: und genau das passiert.

00:03:27: und aus Zorn erschlägt er seinen Bruder.

00:03:32: Sünde ist eine ausbreitende zerstörerische Kraft, deren Ziel es ist, gesunde Beziehungen untereinander, Beziehungen zu uns selbst und am wichtigsten Beziehungen zu Gott zu zerstören.

00:03:50: Und weil Sünde uns zerstört, weil Sünde immer das Potenzial hat, sich noch weiter auszubreiten und noch mehr Menschen und noch mehr Beziehungen zu zerstören.

00:04:01: Deswegen hasst Gott Sünde.

00:04:05: Wir werden darüber nachdenken, dass Beziehungen eigentlich das sind, was das Leben lebenswert macht.

00:04:12: Und die Beziehung zu Gott eigentlich das ist, was Leben überhaupt erst zum Leben macht.

00:04:18: Dann verstehen wir auch, warum Sünde und Tod in so vielen Bibelstellen gleichgesetzt wird.

00:04:24: Der Lohn der Sünde ist der Tod und so weiter.

00:04:28: Weil der Tod nicht so sehr Strafe der Sünde ist als vielmehr die direkte Konsequenz.

00:04:34: Wenn wir Sünde in unserem Leben anhäufen, dann häufen wir Tod an.

00:04:39: Warum?

00:04:40: Weil Sünde, Beziehungen und Leben zerstört.

00:04:45: Und deswegen hasst Gott Sünde.

00:04:49: Nicht so sehr, weil Besünde irgendwie besonders böse ist.

00:04:52: Das natürlich auch.

00:04:54: Aber vor allen Dingen, weil Sünde Leben zerstört, weil Sünde Beziehung zerstört.

00:05:00: Gott hasst Sünde so sehr, dass er die relativ unscheinbare Sünde des Fruchtessens mit einer Verbandung aus dem Garten Eben quittiert.

00:05:11: Gott hasst Sünde so sehr, dass er nicht davor zurückschreckt, einen ganzen Landstrich um Sodom und Gomorrah dem Erdboden gleich zu machen.

00:05:19: Gott hasst Sünde so sehr und ich glaube, dass sieht man nirgends woanders mehr als am Kreuz.

00:05:25: Als Jesus beladen mit meiner Sünde, mit der Sünde der ganzen Welt, am Kreuz einen qualvollen Tod stirbt.

00:05:36: Gott hasst Sünde und deswegen müssen wir Sünde auch hassen.

00:05:41: Vor allen Dingen unsere eigene, denn auch wenn wir mit unserer eigenen Sünde vielleicht häufig leichter zurechtkommen als mit der Sünde des anderen, weil wir in uns ja schon gewöhnt sind.

00:05:54: Ist es doch auch unsere Sünde, die unser Miteinander zerstört, die irgendwie im Weg der Liebe steht.

00:06:03: Und übrigens, wenn wir über Konflikte in der Gemeinde nachdenken oder Spannungen oder, kannst du ja auch ein bisschen positiver ausdrücken, wenn wir darüber nachdenken, den anderen noch mehr zu lieben.

00:06:17: und noch mehr Liebe in der Gemeinde zu haben, dann geht es immer nur um mich.

00:06:24: Das Verhalten der anderen kann ich ja gar nicht ändern.

00:06:27: Ja, der andere hat sich vermutlich auch mal an mir versündigt.

00:06:32: Und klar, ich kann ihn auch irgendwie liebevoll darauf hinweisen, aber ob er die Sünde einsieht, ob er den Wunsch hat, vielleicht etwas daran zu ändern oder ob er das am Ende auch tut, Das habe ich ja gar nicht in meiner Hand.

00:06:50: Aber was ich in meiner Hand habe, ist, wie ich auf die Sünde des anderen reagiere.

00:06:57: Es geht, wenn wir um Gemeinden nachdenken und um Liebe in der Gemeinde nachdenken, immer nur darum, wie sehr ich den anderen liebe.

00:07:06: Weil nur ich mein eigenes Leben in der Hand habe.

00:07:10: Und deswegen müssen wir anfangen, Sünde mit Inbruns zu hassen.

00:07:15: So sehr wie Gott Sünde hasst.

00:07:18: Und wir müssen Sünde beim Namen nennen.

00:07:21: Und dann wird aus einem, naja, wir tauschen halt Informationen und Neuigkeiten aus ein.

00:07:26: Nein, das war Sünde, das war Lästern.

00:07:30: Und aus einem, naja, ist ja normal, dass man nicht alle in der Gemeinde gleich doll mag.

00:07:36: Ist ja normal, dass ich mit manchen nicht zurechtkomme.

00:07:40: Ist ja normal, dass ich dem so ein bisschen aus dem Weg gehe, weil das komisch ist.

00:07:45: Wird ein... Naja, ich liebe den anderen noch nicht so sehr wie der Vater, den Sohn.

00:07:49: und der Sohn, den Vater lebt.

00:07:53: Und Jesus macht es ja auch klar in der Bergpredigt, dass Morden dabei anfängt, wenn wir schlecht über den anderen denken.

00:08:01: Und solange wir es noch irgendwie okay finden, dass wir mal schlecht über den anderen gedacht haben und das noch nicht als Morden abgestempelt haben, so lange können wir Sünde noch nicht so sehr hassen, wie Gott Sünde hasst.

00:08:20: Und diesen Hass auf Sünde, den müssen wir in unserem Herzen kultivieren.

00:08:25: Und wahrscheinlich hört man das nicht so oft, ja, diese Aufforderung in der Predigt, dass man Hass kultivieren soll im Herzen.

00:08:31: Aber im Bezug auf Sünde stimmt das.

00:08:35: Es gibt Sünden, der rebelliert unser Herz dagegen.

00:08:38: Ja, wenn jetzt vielleicht einer in der Gemeinde beim Café nachher davon erzählt, wie er gestern so einen kleinen Hund total weggetreten hat und dass es ihm voll Spaß gemacht hat und dass das heute wieder machen würde, Ja, da würden wir ihnen nicht rebellieren.

00:08:53: Da würden wir sagen, es ist doch nicht in Ordnung, das kannst du noch nicht tun.

00:08:58: Warum?

00:09:00: Weil die Sünde der Tierquälerei in unserer Gesellschaft immer noch Gott sei Dank als schlecht wahrgenommen wird.

00:09:08: Aber jede Menge Sünden der Welt, die in der Welt normal sind, haben sich auch in unser Herz geschlichen, schlecht reden, schlecht über den anderen denken, den anderen nicht so sehr ehren, wie es ihm gebührt.

00:09:24: Und solange wir den Maßstab der Welt an unser Herz legen, statt den Maßstab des Reiches Gottes, solange tolerieren wir Sünde in unserem Leben.

00:09:33: Wenn wir bei Anfang diesen Maßstab des Reiches Gottes an unser Leben zu legen und uns eingestehen, dass Sünde Sünde ist und dass Gott Sünde hasst und dass wir deswegen Sünde auch hassen sollen, wie wir es hassen würden, wenn jemand kleine Hunde tritt.

00:09:52: Erst dann können wir anfangen, Sünde in unserem Leben ernst zu nehmen.

00:10:00: Ich habe gesagt, wir nehmen Sünde nicht ernst genug.

00:10:05: Und gleichzeitig nehmen wir Sünde oft viel zu ernst.

00:10:09: Wir betrachten Sünde nämlich noch als ein Problem.

00:10:12: Wer von euch glaubt, dass Sünde ein Problem ist?

00:10:18: Wer von euch glaubt, dass Gott ein Problem mit Sünde hat?

00:10:26: Wer von euch hat einen Führerschein?

00:10:31: Alles klar, sind eine Menge Leute.

00:10:33: Ich habe auch ein Führerschein und für mich war das Projekt Führerschein ein bisschen herausfordernd.

00:10:40: Ich könnte es auch sagen, war ein Problem.

00:10:42: Ja, ich bin in die Prüfung gegangen nach, keine Ahnung, zehn, zwölf Fahrstunden, was man halt so hat und bin durchgefallen.

00:10:49: Und beim zweiten Mal kam auf Unvermögen noch eine ordentliche Portion Pech dazu und ich bin durchgefallen.

00:10:57: Und dann so von der dritten Prüfung war meine praktische Führerscheinprüfung ein Riesen.

00:11:03: Problem für mich.

00:11:04: Am Abend habe ich noch so gegoogelt, was kann ich machen, um irgendwie gut dazustehen, um irgendwie paar Bonuspunkte beim Prüfer zu sammeln und so weiter, ging alles nach hinten los.

00:11:15: Und wenn ich aber jetzt auf meinen Führerschein gucke, der für mich ein großes Problem war, dann ist es für mich jetzt kein Problem mehr.

00:11:25: Ich habe, außer ich werde mal mit viel zu viel Alkohol am Steuer erwischt, nie wieder in meinem Leben das Problem, dass ich eine Führerscheinprüfung, zumindest fürs Auto, bestehen muss.

00:11:36: Das Problem ist gelöst.

00:11:39: Ich habe kein Problem mehr mit Führerscheinprüfungen.

00:11:42: Und alle von euch, die sich gerade eben gemeldet haben und die, die nie einen Führerschein machen wollen, die haben auch kein Problem mit Führerscheinprüfungen.

00:11:52: Warum?

00:11:53: Weil unser Problem gelöst worden ist.

00:11:57: Und genauso ist das Problem der Sünde auch gelöst.

00:12:01: Was ist denn die Lösung für das Problem der Sünde?

00:12:05: Na das Kreuz.

00:12:06: Dort hat Jesus ja schon alle Sünden getragen.

00:12:10: Sünde ist für Jesus kein Problem, weil das Kreuz die Lösung ist.

00:12:15: Gott hat mit Sünde kein Problem und deswegen soll sie für uns auch kein Problem sein.

00:12:24: Versteht mich nicht falsch.

00:12:25: Ich möchte Sünde nicht kleinreden.

00:12:27: Ich glaube, Oder ich hoffe, das habe ich im Anfangsteil klar genug gemacht.

00:12:32: Ja, dass Sünde nicht in Kavaliers liegt ist.

00:12:35: Dass Sünde nicht, nicht schlimm ist.

00:12:38: Ja, Sünde ist verabscheuens- und hassenswürdig.

00:12:42: Aber Sünde ist ein gelöstes Problem.

00:12:48: Sünde ist ein gelöstes Problem und trotzdem macht sie noch Beziehungen kaputt.

00:12:52: Und das ist der Grund, warum wir Sünde hassen sollen.

00:12:55: Aber die Sünde des anderen darf für uns kein Problem sein, den anderen zu lieben.

00:13:02: Das war ja bei Jesus auch so.

00:13:07: Wenn du sagst, die Sünde des anderen sein Problem mit den anderen zu lieben, hast du das Kreuz noch nicht verstanden, weil seine Sünde schon längst hinweggenommen ist.

00:13:18: Wenn du sagst, du kannst den anderen nicht lieben, weil er immer lästert oder gemein ist oder irgendwie komisch drauf ist oder so weiter, ja dann sagst du, Sünde sei immer noch ein Problem.

00:13:32: Aber Sünde ist kein Problem.

00:13:34: Sünde ist ein gelöstes Problem.

00:13:41: Und diese Spannung, die müssen wir natürlich aushalten.

00:13:44: Einerseits Sünde so sehr zu hassen, wie Gott Sünde hasst.

00:13:49: Und andererseits Sünde nicht zum Problem werden zulassen.

00:13:54: Wir müssen den anderen lieben trotz seiner Sünde.

00:13:59: Nicht, weil seine Sünde uns kaputt macht, sondern weil seine Sünde ihn.

00:14:06: kaputt macht.

00:14:07: Deswegen lehnen wir die Sünden ab und deswegen können wir ihn lieben, so wie Jesus.

00:14:15: Jesus hat sich auch nicht von unserer Sünde abhalten lassen, uns zu lieben.

00:14:21: Im Gegenteil, seine Liebe erweicht sich darin, dass er für uns gestorben ist, dass er uns geliebt hat, als wir noch Sünder waren.

00:14:33: Sünden ist kein Problem für Jesus und deswegen darf sie nicht für uns zum Problem werden.

00:14:38: Ich kann mir vorstellen, die Einigen finden diesen Satz ein bisschen zu provokant.

00:14:42: Sünde ist kein Problem.

00:14:43: Okay.

00:14:44: Und für die Anderen ist das vielleicht ein bisschen zu abstrakt.

00:14:47: Deswegen möchte ich jetzt ganz konkret werden.

00:14:50: Wie sieht ein christliches Leben aus, in der Sünde immer noch ein Problem ist?

00:14:56: Naja, wie denkst du denn über Gott, wenn du denkst, dass für Gott Sünde ein Problem ist?

00:15:03: Wer reagiert Gott dann auf deine Sünde?

00:15:07: Vielleicht denkst du, dass Gott enttäuscht ist, dass er dich jetzt weniger liebt, dass er weniger Freude an dir hat, dass du dich jetzt erst mal wieder anstrengen musst, um irgendwie reinzuwerden, um Gott zu beweisen, dass du es wirklich ernst meinst mit der Nachfolge.

00:15:26: Wenn du so lebst, lebst du noch unter dem Gesetz und du hast das Kreuz nicht verstanden.

00:15:35: Und das war jahrelang mein Thema.

00:15:38: Ich hatte jahrelang ein Bild von Gott und von Sünde, in der Sünde ein Problem war.

00:15:43: Ja, viele von euch wissen es bereits, ich habe jahrelang gegen Pornografie gekämpft.

00:15:48: Ich wusste, Gott hasst diese Sünde und ich wollte sie auch hassen und ich wollte sie nicht tun, aber habe es halt doch immer wieder getan.

00:15:57: Und jedes Mal, wenn ich gefallen bin, hatte ich dieses Bild von Gott, das ich ihn schon wieder enttäuscht habe.

00:16:06: Ja, ich habe nicht geglaubt, dass ich jetzt irgendwie in die Hölle komme, deswegen oder so.

00:16:10: Aber ich dachte also, boah, ich muss noch jetzt was dafür tun, um Gott zu beweisen, dass ich ihn liebe.

00:16:16: Ich will doch ein Nachfolger sein.

00:16:18: Ich muss mich jetzt richtig anstrengen.

00:16:20: Ich muss jetzt erstmal eine Woche clean bleiben oder so, um wieder würdig zu sein, um in Gottes Gegenwart zu treten.

00:16:30: Jahrelang habe ich Satan erlaubt, mich nicht nur in die Sünde zu führen, sondern meine Sünde zu benutzen, mich von Gott fernzuhalten.

00:16:42: Aber eigentlich sollte das Gegenteil doch wahr sein, dass uns Sünde nicht von Gott fernhält, sondern Sünde uns zu Jesus hinzieht, weil Sünde bei Jesus gelöst wird.

00:16:54: Und ich muss da an diese Sünderen denken, die als Jesus bei den Pharisären zu Tisch liegt und sie stürmt einfach rein, total unangemessen, total unangebracht und sie wirft sich zu Jesus Füßen und küst sie und fängt an, ihm zu dienen.

00:17:10: Warum?

00:17:12: Weil ihre Sünde sie zu dem einzigen Menschen zieht, der eine Lösung für ihre Sünde hat.

00:17:19: Und genauso dürfen wir nicht zulassen, dass Sünde uns von Gott wegzieht, sondern müssen unsere Sünde oder müssen Gott erlauben, dass er uns in unserer Sünde näher an sein Herz zieht.

00:17:40: Ein Leben, in dem Sünde noch ein Problem ist, dreht sich um das Problem der Sünde.

00:17:47: Ja, man sündigt und wenn man dann mit der Sünde fertig ist, statt zu Jesus zu rennen und Vergebung und Annahme zu empfangen, fängt man an sich selbst zu verdammen.

00:17:58: Oh, ich bin so ein schlimmer Sünder.

00:18:00: Oh, ich habe schon wieder total verkackt.

00:18:02: Oh, ich wollte mir doch so viel Mühe geben.

00:18:04: Ich wollte mich doch anstrengen.

00:18:05: Diesmal wollte ich es doch schaffen.

00:18:10: Wir sind so oft auf uns selbst fixiert und auf unsere Sünde fixiert, dass unser Versagen realer wird als Jesus.

00:18:20: Aber Jesus ist realer als deine Sünde.

00:18:23: Seit zweitausend Jahren hat Jesus das Problem der Sünde gelöst.

00:18:27: Seit zweitausend Jahren spricht niemand mehr im Himmel von deiner Sünde.

00:18:33: Aber alle sprechen über Jesus.

00:18:38: Und wenn wir uns um unsere Sünde drehen und uns selbst verdammen, dann ist das nicht gesund, weil dann unsere Sünde zum Mittelpunkt wird.

00:18:50: Aber Jesus soll der Mittelpunkt werden.

00:18:54: Und wisst ihr, was das zweite Problem bei der Selbstverdammnis ist?

00:18:59: Ich habe gesagt, seit zweitausend Jahren spricht niemand im Himmel mehr von deiner Sünde.

00:19:02: Aber wisst ihr, wer von eurer Sünde spricht?

00:19:05: Unser Feind, Satan.

00:19:07: Und wenn wir anfangen, uns selbst zu verdammen, oh, ich bin so ein schlechter Sünder und ich bin so ein schlechter Christ, ich bin so ein Versager, dann schlüpfen wir ihn die Rolle Satans.

00:19:18: Dann anhegen wir seinen Job und er kann sich gechillst zurücklehnen.

00:19:21: weil wir seinen Auftrag für ihn übernehmen.

00:19:25: Und weil wir das ja nicht wollen, wir wollen ja als Christ nicht dem Feind nachfolgen, dürfen wir nicht uns selbst verdammen.

00:19:34: Ja und für alle, für die selbst verdammt ist so ein Problem ist, das sage ich nicht, um euer schlechtes Gewiss noch größer zu machen.

00:19:40: Nach dem Motto, ihr habt jetzt gesündigt und jetzt verdammt euch noch selbst und macht damit nur noch schlimmere Sünde?

00:19:46: Ich will euch ermutigen und einladen, fangt einfach weniger an über eure Sünde nachzudenken und fangt an mehr über Jesus nachzudenken.

00:19:56: Das Gesetz, also, dass ich drehe mich um die Sünde und mache mir viele Gedanken darüber, was ich schlecht gemacht habe und wo ich was hätte besser machen können und so weiter, das Gesetz macht uns Sünden bewusst.

00:20:09: Wir wenden unser Augen von Jesus ab und fixieren uns auf unser Versagen, unsere Schwäche.

00:20:15: und unsere Unzulänglichkeit.

00:20:19: Und am Ende des Tages sündigen wir noch mehr.

00:20:22: Warum?

00:20:24: Denkt mal bitte nicht an einen Rosaelefanten.

00:20:28: Wer von euch hat einen Rosaelefanten gedacht?

00:20:31: Naja alle, weil ich das gesagt habe.

00:20:34: Und wenn wir uns über Sünden Gedanken machen, dann nimmt die Sünde Raum ein in unserem Leben, ja, so wie dieser unausgesprochene Rosaelefant.

00:20:44: Und die Sünde wird größer und größer und größer, weil sie unsere Gedanken füllt.

00:20:49: Ich bin so ein schlimmer Sünder und da habe ich was falsch gemacht und da habe ich was falsch gemacht und so weiter.

00:20:54: Ich sage jetzt nicht, dass wir kein gesundes, selbst reflektiertes Denken über unsere Taten haben sollten.

00:21:03: Also wir sollen schon uns bei Gott und bei anderen Menschen entschuldigen, wenn uns bewusst wird, dass wir das falsch gemacht haben.

00:21:10: Wir sollen schon Busse tun.

00:21:11: Aber ich rede von diesem, ich drehe mich immer und immer und immer wieder um meine Sünden.

00:21:18: Und wenn wir uns stattdessen um Jesus drehen, dann wird Jesus doch größer.

00:21:26: Und dann treibt er die Sünde aus.

00:21:28: Das Gesetz macht uns Sündenbewusst, aber Gnade macht uns Jesusbewusst.

00:21:35: Und wenn wir aus Gnade leben, dann sind wir doch ständig erstaunt über seine Liebe und Güte und Heiligkeit.

00:21:46: Und dann denken wir an ihn immer mehr und immer mehr.

00:21:49: Und damit leben wir Beziehung zu ihm.

00:21:52: jung heraus, macht er uns ihm ähnlicher.

00:21:57: Du kämpfst gegen Sünde, du brauchst nicht mehr Disziplin, du brauchst mehr Jesus.

00:22:03: Leben aus Gnade heißt nicht, Jesus hat dir vergeben, jetzt losstränglich an und mach es besser.

00:22:10: Glaube ist kein Sündenmanagement.

00:22:15: Ja, wir sind keine kleinen Sündenaktivisten, die irgendwie vor dem Parlamentsgebäude unserer Seele stehen und sagen, wir wollen weniger Sünde, wir wollen weniger Sünde.

00:22:25: Ja, das ist nicht unsere Aufgabe.

00:22:28: Das ist nicht das Zentrum unseres Glaubens.

00:22:31: Das Ziel unseres Lebens ist es nicht zu versuchen, uns mehr anzustrengen und weniger Schlechtes und mehr Gutes zu tun.

00:22:39: Das Verrückte ist, das ist noch nicht mal Jesu-Ziel für dein Leben.

00:22:45: Also klar, irgendwie schon.

00:22:47: Er möchte ja, dass du weniger sündigst.

00:22:49: Aber, wenn es Jesu oberstes Ziel wäre, dass du weniger schlechte Sachen tust, dann hätte er uns doch so voller heiligen Geist erfüllen können, dass wir Sünde so sehr hassen, vor allen Dingen unsere eigene Sünde, dass wir nie wieder auf den Gedanken kommen zu sündigen.

00:23:13: Ja, wenn es Gottes Ziel wäre, oberstes Ziel wäre, dass du nicht mehr sündigst, dann könnte er doch was dafür tun.

00:23:21: Aber sein oberstes Ziel mit deinem Leben ist, dass du ihn immer besser kennst und immer besser lieben lernst.

00:23:29: Im Bibel lesen, im Beten, in der Anbetung und in der Gemeinschaft mit anderen Christen, aber natürlich auch in unserem Versagen.

00:23:39: Denn dort lernen wir Jesus erst so richtig kennen, wie er wirklich ist.

00:23:44: Liebevoll, vom Herzig, gnädig, gültig.

00:23:50: Glaube ist Beziehung.

00:23:53: Und aus dieser Beziehung heraus werden wir verändert.

00:23:56: Aus dieser Beziehung heraus werden wir Jesus immer ähnlicher.

00:24:01: Und unsere Versuche, ja das Sündenmanagement, unsere Versuche weniger zu sündigen, verändern immer nur unsere Taten.

00:24:12: Aber Jesu Gnade verändert unser Herz.

00:24:16: Und wenn unser Herz einmal verändert ist, hören wir ganz automatisch auf zu sündigen.

00:24:23: Dann gewinnen wir den Kampf gegen die Sünde.

00:24:26: aber ohne Anstrengung.

00:24:31: Die meisten Christen glauben, dass Sünde uns von Jesus trennt.

00:24:37: Dabei ist es andersherum.

00:24:39: Die meisten Christen glauben, dass Jesus sie von Sünde trennt, in dem Sinne, was ich früher geglaubt habe, ich sündige und jetzt bin ich erst mal getrennt von Jesus.

00:24:49: Jetzt muss ich erst mal wieder Bibel lesen und beten und mich anstrengen, dass ich nicht mehr sündige, bis ich wieder zu ihm kann.

00:24:57: Aber es ist genau andersherum, Sünde trennt uns nicht von Jesus.

00:25:01: Warum?

00:25:02: Naja, weil Jesus doch genau dafür am Kreuz gestorben ist, um diese Trennung zu überwinden.

00:25:09: Also ja, Menschen, die Jesus nicht bzw.

00:25:13: noch nicht als Herrn und Rette angenommen haben, die noch nicht mit Jesus in dieser Liebesbeziehung stehen, die sind natürlich aufgrund ihrer Sünde von Gott getrennt.

00:25:27: Aber sobald ich Jesus angenommen habe, Sobald trägt er doch meine Sünde, seitdem ist doch gar keine Sünde mehr da, um mich von ihm zu trennen.

00:25:40: Natürlich kann mich meine Reaktion auf Sünde gefühlt von Jesus trennen.

00:25:45: Ja, was ich vorhin erzählt habe, ich ziehe mich so zurück von ihm, weil ich denke, ich bin jetzt unrein und muss mich erst mal anstrengen.

00:25:52: Oder aber ich ziehe mich zurück von ihm, weil ich Sünde zu lieb gewinne und mein ganzes Leben lieber mit Sünden als mit Jesus verbringe.

00:25:59: Weil ich... nie angefangen habe, sie zu hassen, weil ich nie verstanden habe, wie sehr sie mich zerstört.

00:26:07: Aber die Sünde als an sich, die trennt mich nicht von Jesus, weil er doch die Trennung schon längst überwunden hat.

00:26:17: Und wir brauchen nicht weniger Sünde in unserem Leben, um näher zu Jesus zu kommen.

00:26:23: Und wahrscheinlich denken das ein paar von euch, weil ich habe das früher auch gedacht, dass ich um eine bessere Beziehung zu Jesus zu haben, erst mal weniger Sünde brauche.

00:26:32: Wir brauchen nicht weniger Sünde, um mehr von Jesus zu haben, sondern wir brauchen mehr Jesus, um weniger Sünde zu haben.

00:26:43: Wenn du ein Problem mit Sünde in deinem Leben hast, dann hast du kein Problem mit Sünde, sondern hast du zu wenig Jesus in deinem Leben.

00:26:52: Wenn du weniger Sündigen willst, musst du dich nicht mehr anstrengen.

00:26:56: Du brauchst mehr Jesus.

00:27:00: Wie sieht das praktisch aus?

00:27:02: Sünde hassen und gleichzeitig nicht als Problem nehmen.

00:27:11: Wenn wir diese Perspektive auf Sünde einnehmen, werden wir kein Problem mehr damit haben, die Sünde des anderen in der Gemeinde zu tragen.

00:27:21: Dann wird die Sünde des anderen kein Problem mehr für uns sein, ihn zu lieben.

00:27:26: Na ja, warum denn?

00:27:27: Weil wenn wir die Ernsthaftigkeit und die Schwere unserer eigenen Sünde verstehen und wie schlimm unsere Sünde ist und wie hasserregend unsere eigene Sünde ist, Ja, dann wird es doch uns gar nicht mehr schwerfallen, die Sünde des anderen zu ertragen, weil wir doch wissen, dass Jesus so viel mehr getragen hat.

00:27:49: Wenn wir die Größe und Tiefe von Gottes Liebe und Vergebung erkennen, dann werden wir doch kein Problem mehr damit haben, dass der andere dies oder das gemacht hat, worüber wir uns aufgeregt haben, weil Gott uns so viel mehr an Vergebung geschenkt hat, dass wir doch einfach weiter schenken können.

00:28:14: Leben aus Gnade heißt Verstehen, dass wir sündiger sind, als wir je geglaubt haben und geliebter sind, als wir je gehofft haben.

00:28:27: Wie praktisch in der Gemeinde damit umgehen.

00:28:29: In Kloster dreiferstreizend steht, ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat.

00:28:37: Wie er auch dir her euch vergeben hat, so auch ihr.

00:28:42: Wie Jesus uns vergeben hat, so sollen wir vergeben.

00:28:49: Und da kommt das wieder Leben aus Gesetz und Leben aus Gnade.

00:28:52: Wenn wir die ganze Zeit über unsere Sünde nachdenken, dann denken wir gar nicht über Jesu Gnade nach.

00:28:57: Aber wenn wir die ganze Zeit über Jesus nachdenken und wie unendlich riesig seine Gnade ist und wie viel er uns vergeben hat, dann können wir doch auch vergeben, weil diese Gnade plötzlich in uns wohnt.

00:29:14: Aber wir sollen nicht nur vergeben, wir sollen auch ertragen.

00:29:24: Wir hätten ja gar nicht in der Gemeindezeit jede kleine Sünde des anderen anzusprechen.

00:29:30: Ja, der eine hat dir nicht Hallo gesagt, der andere hat dich irgendwie blöd angemacht, der eine hat in der E-Mail vielleicht irgendwas falsch formuliert.

00:29:38: Ja, der hat etwas vergessen, was dir ganz wichtig war.

00:29:41: Das passiert doch andauernd.

00:29:43: Wir haben gar nicht die Zeit, jede Sünde von jedem Christen anzusprechen.

00:29:46: Außerdem, wenn wir das tun würden, würden wir uns ja wieder um Sünde drehen.

00:29:50: Und deswegen liebe ich diese ersten beiden Wörter dieses Verses.

00:29:55: Ja, diesen Aspekt ist, wie Jesus euch vergeben hat, so sollt ihr vergeben, das lesen wir oft in der Bibel.

00:30:01: Aber dieses ertragt einander.

00:30:06: Das ist so wichtig.

00:30:07: Erstens, wir können gar nicht alles ansprechen.

00:30:09: Und zweitens, nicht alles nerviger am anderen ist Sünde.

00:30:14: Ja, wenn der eine immer zu laut singt oder irgendwie schief singt oder zu laut spricht, Ja, dann ist es vielleicht nervig, aber keine Sünde.

00:30:22: Oder wenn der andere immer zu spät in den Gottesdienst kommt und nach vorne sich durch die Reihen durchquetschen muss, weil hinten nichts mehr frei ist, dann ist es vielleicht auch nervig, aber zu spät kommen ist keine Sünde.

00:30:36: Ja, und wenn der was vergisst oder ein bisschen unzuverlässlich ist, dann kann man daran arbeiten, ich vergesse auch manchmal Sachen, aber dann ist das keine Sünde.

00:30:45: Das müssen wir nicht vergeben, weil wir es nicht vergeben können, weil es keine Sünde ist.

00:30:49: Aber wir müssen es ertragen.

00:30:52: Und ertragen geht soweit.

00:30:55: Paulus schreibt in erster Krinter sechs Versieben, es ist nun schon überhaupt ein Fehler an euch, dass ihr Rechtsstreitigkeiten miteinander habt.

00:31:03: Warum lasst ihr euch nicht lieber unrecht tun?

00:31:06: Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen?

00:31:11: Die Krinter sind an diesem Punkt in ihrem Gemeindeleben soweit, dass sie den ganzen Bief, die ganzen Streitigkeiten und Probleme, die sie in der Gemeinde haben, vor weltlichen Gerichten austragen.

00:31:27: Und Paulus schreibt, bevor ihr den Rechtsstreit habt, bevor ihr als Christen irgendwie einen Anwalt einschaltet, der im besten Fall gar nicht gläubig ist und ihr vor ein weltliches Gericht zieht, bevor ihr so weit geht, dass ihr den Streit eskalieren lasst, ertragt es einfach, tut nichts.

00:31:54: dagegen.

00:31:55: Lasst euch lieber über Vorteilen.

00:31:58: Nehmt lieber Nachteile für euch selbst in Kauf.

00:32:01: Lasst euch Unrecht behandeln.

00:32:04: Lasst euch Besündigen, bevor unter deiner Eskalation die Beziehung zerstört wird.

00:32:14: So wie Jesus es uns vorgelebt hat.

00:32:16: Jesus hätte ja auch alles Recht der Welt gehabt, in einen Rechtsstreit gegen uns zu ziehen.

00:32:24: die wir gegen ihn gesündigt haben.

00:32:28: Aber statt diese Spirale aus Sünde und Konsequenz eskalieren zu lassen, beschließt Jesus, sich unrecht tun zu lassen, am Kreuz für uns zu sterben, unsere Schuld auf sich zu nehmen, damit die Beziehung wieder hergestellt wird.

00:32:53: So weit geht er tragen von Sünde und allen anderen Nervigkeiten.

00:32:59: in der Gemeinde.

00:33:03: Ein weiterer Grund, warum Sünde unsere Beziehungen belastet ist, weil für uns die Schuldfrage ganz wichtig ist.

00:33:13: Irgendwas Schlimmes passiert und die Reaktion ist immer, wer ist Schuld?

00:33:19: Irgendeine Brücke stürzt ein und alle fragen sich, wer ist Schuld?

00:33:24: Ja, die Leute, die es schlecht geprüft haben, das Stahlwerk Hennigsdorf, was was ich was?

00:33:28: Irgendwas passiert.

00:33:30: und wir fragen uns, wer ist Schuld?

00:33:34: Ja, wenn ich jetzt hier dieses Wasserglas ganz verdächtig an diese Kante stelle und es stehen lasse und Ilse kommt nach meiner Predigt wieder nach vorne und stößt dagegen.

00:33:45: Wer ist Schuld?

00:33:46: Ich, der es ein bisschen dumm dahingestellt hat oder Ilse, die ein bisschen unvorsichtig dagegen gelaufen ist?

00:33:53: Meistens gibt es gar nicht den einen Schuldigen, sondern Situationen, die eskalieren, sind komplex.

00:34:02: Ja, da ist das ein und das kommt zum anderen und so weiter und plötzlich stehen wir entweder im wahrsten Sinne des Wortes oder halt vor einem gemeinlichen Scherbenhaufen.

00:34:12: Und der Fokus auf die andere Person und auf ihr Fehlverhalten statt selbst zu überlegen, ja, wo hätte ich besser reagieren können oder sowas, das ist immer diese Schuldfrage.

00:34:23: Ja, woher ist der andere Schuld?

00:34:28: Und statt uns die Schuldfrage zu stellen.

00:34:32: Ja, wer hat Schuld?

00:34:34: Sollten wir erstmal einen Schritt zurückmachen und dem anderen erstmal das Gute zu unterstellen.

00:34:39: Ja, wie oft passiert es, dass jemand absichtlich wirklich etwas Böses macht in der Gemeinde?

00:34:47: Also ich glaube von niemanden in diesem Raum, dass ihr je in eurem Leben aktiv etwas gemacht habt, um dieser Gemeinde oder anderen Geschwistern bewusst zu schädigen, glaube ich einfach nicht.

00:35:02: Und trotzdem passiert das, dass jeder von uns Dinge tut, die andere Verletzten, die irgendwie gemeinde Leben schwierig macht.

00:35:11: Ich glaube, in den allermeisten Fällen macht man Sachen einfach so, ohne sich groß was drüber zu denken.

00:35:18: Und ganz oft denkt man sich ja eigentlich was Gutes.

00:35:22: Und dann kommt es irgendwie schlecht raus.

00:35:25: Ja, passiert ja auch oft.

00:35:27: Und ich bin davon überzeugt davon, wenn wir dem anderen erst mal was Gutes unterstellen, statt ihm direkt die Schuld zu zuweisen in seinen Gedanken.

00:35:36: könnten wir neunzig Prozent aller Konflikte in der Gemeinde, aber auch in Ehe und jeder anderen Beziehung vermeiden.

00:35:46: Ilse wird bald nach vorne kommen, um den Gottesdienst zu beenden.

00:35:50: und stellt euch mal vor, bevor sie hier das Pult erreicht, schlage ich ins Gesicht.

00:35:56: Wäre ich nicht machen, keine Sorge Ilse.

00:35:59: Wer hat Schuld?

00:36:00: Naja Philipp natürlich, der hat ihr ins Gesicht geschlagen, einfach so.

00:36:04: Ich formuliere es mal andersrum.

00:36:06: Ich schlage jemanden.

00:36:07: Wer trägt meine Schuld?

00:36:11: Jesus, im christlichen Kontext ist die Schuldfrage seit zweitausend Jahren geklärt.

00:36:18: Wir müssen uns nicht die Frage stellen, wer hat Schuld?

00:36:21: Weil Jesus für uns die Schuld trägt.

00:36:24: In Kloster II, Vers.

00:36:25: XIV lesen wir, er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den Entsatzungen bestehenden, der gegen uns war und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte.

00:36:42: Meine Schuld hängt am Kreuz.

00:36:48: Jesus trägt die Schuld.

00:36:49: Wenn ein Christ sündigt, dann trägt Jesus seine Schuld.

00:36:52: Und deswegen ist es so tiefst Leben nach dem Gesetz, wenn man den Schuldigen sucht oder jemanden die Schuld in die Schuhe schiebt.

00:37:02: Ja, wenn der andere keine Schuld hat, weil Jesus sie trägt und du auch auf ihn sauer bist, willst du dann auch auf Jesus sauer sein, weil ... Er verantwortet sich ja für die Schuld des anderen.

00:37:13: Willst du gegen Jesus grollen?

00:37:16: Nein.

00:37:17: Warum dann gegen den anderen?

00:37:20: In einer Gemeinde, in einer Gemeinschaft des Reiches Gottes passieren Sünden.

00:37:28: Menschen machen Fehler.

00:37:29: Wir verletzen einander.

00:37:32: Aber sollte nie darum gehen, wer hat Schuld, sondern immer nur darum gehen, wie Jesus sich in dieser Situation verherrlichen möchte.

00:37:40: Dass wir gemeinsam je nach Möglichkeit, die Konsequenzen der Schuld, die Konsequenzen der Sünde aus der Welt schaffen, dass ich mir persönlich von Gott immer wieder neu die Kraft der Vergebung schenken lasse, die so viel größer ist als die zerstörerische Kraft der Sünde.

00:37:59: In einer Gemeinschaft des Reiches Gottes geht es immer nur um Jesus.

00:38:05: Und wenn wir das leben und Menschen, die uns nicht kennen, dann von außen reinkommen in diese Gemeinschaft.

00:38:13: dann werden Sie sehen, dass wirklich etwas anderes ist, dass wir hier etwas Einmaliges haben, dass eben nicht aufeinander rumgehackt wird, wenn einer einen Fehler macht, dass wir bereit und schnell zur Vergebung sind, dass die Fehler und Sünden und Eigenarten des Anderen nicht zum Problem füreinander werden, uns gegenseitig zu lieben, dass es nie darum geht, wer Schuld hat, sondern dass es immer nur um Jesus geht.

00:38:43: Amen.

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